Rainy Afternoons and Cookie-Dough-Caramel Pot

Mit tief gesenktem Haupt stehen wir vor Euch und bitten um Vergebung. Es ist lange her, dass wir von uns hören lassen haben und dafür möchten wir uns hiermit entschuldigen. Die Erklärung ist: unsere räumliche Trennung voneinander hat die Umsetzung und Durchführung von Infinite Appetite doch stärker beeinflusst, als wir gehofft hatten. Trotz guter Vorsätze und neuer Ideen (z.B. die kleinen Briefchen, von denen ja wenigstens zwei ihren Weg auf die Seite gefunden habe), sind Anussis und ich schnell in unseren eigenen Trott geraten und der Blog ist im Alltagstrubel ein bisschen untergegangen. Ich war viel unterwegs und auf Reisen und Anussis war mit ihrer Arbeit in München voll ausgelastet (da sie selbst zu anständig für Eigenwerbung ist, möchte ich an dieser Stelle kurz auf ihr im April erschienenes erstes Kochbuch „Himmlische Eclairs“ hinweisen, das zu kaufen sich mehr als lohnt!). Wir haben jedoch fest vor, nicht nochmal so eine lange Ebbe aufkommen zu lassen und geloben Besserung!

Zum Glück mache ich jedoch ab September meinen Master in „Children’s Literature“ am Trinity College in Dublin und habe, da ich mein Auto gerne mitnehmen wollte (ich gebe zu, der Hauptgrund waren die Bücherkisten, auf die ich auf keinen Fall verzichten wollte/konnte), schon länger geplant, die Verschiffung der treuen Möhre mit einer Reise durch den Norden Englands zu verbinden, in dem ich vorher noch nie unterwegs war. Ursprünglich hatte ich geplant, den Roadtrip ganz alleine zu machen, doch da hat mir Anussis (zum Glück) ganz kurzfristig noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als sie mich vor ca. einer Woche anrief, um mir mitzuteilen, dass die Flüge schon gebucht seien, war meine Freude natürlich vorstellbar groß. Letztes Wochenende kam dann also das Anussis nach Düsseldorf gedüst, wo ich es mit meiner vollbepackten, ächzenden und aus allen Nähten platzenden mobilen Bibliothek  vom Flughafen abgeholt habe.

Unser erster Stopp war Knokke, ein Badeort in Belgien, in dem mein Onkel jedes Jahr ein Haus mietet und der so seit meiner frühesten Kindheit jeden Sommer dazugehört. Nachdem wir uns dort einen Tag erholt haben, ging es weiter ins benachbarte Zeebrügge, von wo eine große Autofähre nach Kingston upon Hull in Nordengland ablegt. Da die Fähre über Nacht (14,5 Stunden!!) fährt, nannten Anussis und ich temporär eine kleine aber feine Kajüte mit Hochbett und Jugendherbergsfeeling unser Zuhause, in der wir zu unserem eigenen Erstaunen beide nach einem vorzüglichen Abendessen im Bordrestaurant so gut schliefen wie schon lange nicht mehr. Das leichte Schaukeln der Nordsee und das beruhigende Brummen der Schiffsmotoren wirkten Wunder und machten Anussis‘ vorsorglich gekauften Reisetabletten überflüssig.

Frisch gestärkt rollten wir Dienstag Morgen also von Bord – direkt in den Linksverkehr hinein. Und ich muss sagen: die Sorgen, die ich mir vorher um das Wohlbefinden sowohl meines Autos, als auch von uns beiden, gemacht habe, waren völlig unbegründet. Das Fahren auf der „falschen“ Seite funktioniert prima und bis auf ein paar kleine Kreisverkehr-Eiereien und enge Landstraßen-Begegnungen mit definitiv zu großen, definitiv zu schnellen Lastwagen, merken wir kaum, dass alles andersrum vonstattengeht.

IMG-1006Unser erster Stopp auf der Insel war nach einem standesgemäß fettigen Frühstück mit Beans, Sausage und Bacon in Hull (nachdem wir direkt den ersten von vielen Buchläden aufgesucht haben und auf dem Weg zurück zum Auto plitsche-platsche nass geworden sind) dann York, wo wir, da es uns so gut gefallen hat, bis heute morgen geblieben sind.

So wie wir es beide lieben, haben wir die zwei Tage in York hauptsächlich mit Essen, Trinken, durch die Straßen bummeln und in Buchhandlungen Stöbern zugebracht (sagen wir so, ich hätte in den Kisten, und Anussis in ihrem Koffer doch noch etwas mehr Platz für neue Bücher lassen sollen…) und entgegen unserer Erwartungen, haben wir sogar eine hübsche englische Chocolaterie gefunden. Wie ihr oben seht, war sie direkt neben einem wunderschönen alten Antiquariat, in dem wir wieder einige Pfund gelassen haben. Zufall? Nordengland überzeugt uns beide bisher vor allem durch seine perfekte Mischung von bestätigten und widerlegten Stereotypen: Die Landschaft und alten Häuser sind so malerisch, der Tee und die Scones so lecker, und die Leute so freundlich-kauzig, wie man es erwartet und das Essen ist um Klassen besser, der Linksverkehr viel weniger stressig, und nach einem ersten Regenwillkommenstag ist auch das Wetter viel schöner als zuerst befürchtet.

IMG-1007Heute haben wir York verlassen, das uns in bester Erinnerung bleiben wird, und besichtigen nun Castle Howard bei strahlendem Sonnenschein, das englischer und romantischer nicht sein könnte. Bis Montag bleibt Anussis mit mir auf der Insel und fliegt dann von Manchester zurück nach München. Aber keine Sorge, bis dahin werdet ihr nochmal von uns hören und auch danach (ich bin dann noch eine Woche alleine unterwegs und will unter anderem noch nach Birmingham, bevor ich in Liverpool die Fähre nach Dublin nehme) werde ich dann vom zweiten Teil der Reise berichten.

©Luisolo

Cookie-Dough-Caramel Pot

Als ich mich spontan dazu entschlossen habe, Luisolo auf ihrem Trip durch Nordengland zu begleiten, wurde mir bewusst, dass mir die englische Kultur und besonders die englische Küche gar nicht so geläufig sind. Natürlich war ich bereits ein paar Mal in London, aber das ist ja nicht wirklich vergleichbar mit den kleinen englischen Dörfern und Städtchen, durch die wir nun reisen. Und so macht es mir einen riesen Spaß, mich seit zwei Tagen zwischen englischem Klischeeessen und Tee durch Pubs und Cafés zu schlagen. Denn auch wenn die englische Küche vielleicht nicht den allerfeinsten Ruf hat (abgesehen von London, wie gesagt), machen mir die bodenständigen Spezialitäten trotzdem eine Freude. So hatten wir schon zweimal das typische English Breakfast mit Sausages & Baked Beans und haben uns bei Tea Time satt gegessen an Sandwiches & Scones. Und natürlich werde ich die Tage noch Fish & Chips verköstigen und vielleicht finde ich ja auch ein gutes Porridge bei unserem nächsten Stopp!

An unserem ersten Abend in York waren wir abends in einem wunderbar gemütlichen Restaurant namens The Botanist (15-19 Stonegate, York) essen. 5 Stunden verbrachten wir dort mit unseren Büchern, ein junger Mann sang am Klavier und wir bestellten die Karte rauf und runter. Draußen hat es – August in England halt – in Strömen geregnet und darum gab es nichts passenderes, als sich diesen herrlich süßen Nachtisch zu teilen, den ihr auf den Bildern seht. Zwar kein klassisches Rezept, aber trotzdem gehört es für mich irgendwie hier nach England, deswegen nun eine Möglichkeit für euch, es nach zu machen:

Für 2 Personen ; Schwierigkeitsstufe: 2 von 3

Für den Cookie-Dough:

120g Butter, weich
180g Zucker
60g brauner Zucker
1 Ei
200g Mehl
½ TL Backpulver
Prise Salz & Prise gemahlene Vanille
(nach Bedarf noch Chocolate Chips oder gehackte Schokolade)

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die weiche Butter mit den beiden Zuckersorten cremig aufschlagen. Das Ei zufügen und eine weitere Minute unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver, dem Salz und Vanille mischen und sieben, dann vorsichtig mit einem Holzlöffel unter den Teig heben. Ggf. Schokoladenstückchen jetzt auch noch zufügen. Den Teig gleichmäßig in eine ofenfeste Pfanne oder Form drücken (z.B. eine gusseiserne Pfanne wie auf dem Bild). Wenn Teig übrig bleibt, können damit auch normale Cookies geformt werden. Die Pfanne nun in den Ofen schieben und ca. 8-10 min backen. Der Teig sollte innen zwar warm, aber noch ziemlich roh sein. Den Pot aus dem Ofen nehmen und mit Eis und Sauce garniert noch warm servieren.

Für die Toffee-Sauce:

Für die Toffee-Sauce ist es am einfachsten, weiche Karamell-Toffees, die man im Supermarkt kaufen kann, in der Mikrowelle zu schmelzen. Wer mag kann darunter auch noch ein wenig heiße Sahne mischen.

Für das Karamell-Eis:

200ml Sahne
100ml Milch
100g Zucker
3 Eigelb
1 Prise Fleur de Sel

Das Karamell-Eis am besten am Vortag zubereiten. Dafür Die Sahne mit der Milch in einem Topf aufkochen und beiseite stellen. 30g des Zuckers mit den Eigelb und dem Salz in einer Schüssel verrühren und beiseite stellen. Die restlichen 70g in einem Topf bei mittlerer Hitze zu einem goldigen Karamell kochen, dann die Sahne-Milch-Mischung dazu gießen und warten , dass der Zucker sich blubbernd darin auflöst. Dann die Flüssigkeit erst zu den Eigelb mischen und danach alles zurück in den Topf geben. Bei geringer Hitze so lange unter Rühren köcheln lassen, bis die Masse ein wenig eindickt. Durch ein Sieb passieren und kalt stellen, wenn die Eismasse komplett kalt ist, in der Eismaschine zu einem cremigen Eis verarbeiten. Dieses dann z.B. in eine Tupperdose umfüllen und bis zum Gebrauch einfrieren.

©Anussis

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s