Kindergeschichten: Minifliegengewicht und Spanische Tortilla

Es ist nicht so wichtig, ob alle Anderen daran glauben, dass man gewinnen kann, solange man selber fest dran glaubt. Oft wird man im Leben nicht ernstgenommen und dafür kann es ganz viele verschiedene Gründe geben. Man ist zu klein, zu groß, zu dünn, zu dick, nur ein Mädchen oder auch nur ein Junge. Kurz, man passt nicht in das Bild rein, dass die anderen von einem, bzw. von Jemanden wie einem, haben wollen. Es ist nicht so, dass gewisse Anforderungen, die die anderen Leute an einen stellen, nicht auch motivierend sein können oder einem manchmal sogar dabei helfen herauszufinden, wer man denn eigentlich selber ist und sein will. Meistens ist es jedoch einfach nur frustrierend, wenn man immer nur zu hören bekommt: lass das lieber xxx machen, du kommst da sowieso nicht dran. Oder: bist du dir sicher? Nicht dass du nachher enttäuscht bist.

Wie sähe die Welt jedoch aus, wenn immer alle Mutigen aufgegeben hätten, nur weil der Rest der Welt sie von ihrem Vorhaben abbringen wollte oder sie für verrückt erklärt hatte? Es gäbe wahrscheinlich die Hälfte der Dinge nicht, die uns heute das Leben einfacher machen. Außerdem wären kaum Bücher geschrieben, Filme gedreht und Bilder gemalt worden. Wir würden in einer traurigen Welt leben, in der jeder seine Träume für sich behalten würde, weil er Angst hätte, ausgelacht zu werden – wenn man überhaupt noch Träume haben würde.

Ahorn wurde mit der Macht eines starken Willens konfrontiert, als er beim Boxen, zu dem er einmal die Woche geht, gegen Minifliege kämpfen musste. Die Tage vor dem Kampf lief er siegessicher durch die Wohnung und bei jeder Gelegenheit, die sich ihm bot, ließ er abfällige Sprüche über seinen „schmächtigen“, kleinen Gegner los. Er machte sich, so gut es ging, über Minifliege lustig und legte es so drauf an, auf die Nase zu fallen. Anussis und ich schmunzelten, sagten jedoch nichts. Ahorn sollte seine eigenen Fehler machen und somit für die Zukunft schlauer werden. Am Morgen vor dem Kampf erzählte uns Ahorn beim Frühstück, was er mit seinem Pokal machen würde. Er hatte extra ein Regalbrett freigeräumt.

„Ahorn, jetzt warte doch erstmal ab. Suchen wir einen Platz für deinen Pokal, wenn du gewonnen hast. Nicht schon, bevor der Kampf überhaupt stattgefunden hat.“, sagte Anussis. Ich lachte leise, sagte jedoch nichts dazu.
„Willst du mich beleidigen?“, fragte Ahorn sauer. „Wie sollte ich nicht gegen Minifliege gewinnen? Schau dir doch mal seine Oberarme an. Den schlage ich mit links!“
„Wir müssen los“, unterbrach ich Anussis, als sie gerade mit einer Antwort ansetzen wollte.

img_0682Natürlich hat Ahorn den Kampf verloren. Er lief 2 Wochen schlecht gelaunt durch die Wohnung und gab Anussis die Schuld, weil er meinte, sie hätte ihm eingeredet, dass er verlieren würde. Eigentlich weiß er aber, er hat Minifliege einfach unterschätzt. Es kommt nicht immer drauf an, was ein Gegenüber auf den ersten Blick zu sein scheint. Vielmehr geht es um den inneren Willen und die Stärke, die man mit den Jahren gesammelt hat. Ahorn, der starke, proppere Schildkrötejunge, lebte bisher eher von dem, was die Anderen in ihm sahen. Muskeln, Größe, viele Freunde und eine laute, durchsetzungsfähige Stimme. Er musste sich nie anstrengen. Minifliege hingegen wurde sein ganzes Leben lang unterschätzt. Er musste sich immer doppelt anstrengen und doppelt so viel trainieren wie seine Freunde und das harte Training und die vielen Male, bei denen er verloren hatte, hatten sich ausgezahlt.

Ahorn kann inzwischen übrigens darüber lachen – den Platz auf dem Regalbrett hat er freigehalten: Für zukünftige Trophäen.

©Luisolo

Spanische Tortilla mit Spinat und Avocado

Für alle kleinen Fliegengewichte (so nennt man übrigens die kleinste Klasse beim Boxen), die groß und stark werden wollen, hab ich ein leckeres spanisches Omelette: Eine Portion Eiweiß für ganz viel Energie und Spinat, dass die Muskeln wachsen wie bei Popeye!

Für 1 Portion , Schwierigkeitsstufe: 1 von 3

1 vorwiegend festkochende Kartoffel

1 Hand voll Speckwürfel (für Vegetarier: schmeckt auch ohne wunderbar!)

2 Eier

1TL Butter

1 Hand voll Babyspinatblätter

1/2 Avocado, Zitronensaft

Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden. In einem Topf mit Salzwasser die Würfel auf höchster Stufe gar kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken. In der Butter die Speckwürfel in einer beschichteten, ofenfesten Pfanne (Durchmesser nach gewünschten Portionen wählen, meine war ca. ø10cm) anbraten, dann die Kartoffelwürfel dazu geben und kurz mit braten. Die Eier verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen (dran denken, dass die Speckwürfel auch schon recht salzig sind). Zu den Kartoffeln und dem Speck in die Pfanne geben und die Pfanne in den Ofen stellen. Bei mir hat es ungefähr 15min gedauert, bis die Tortilla durch war, das kann jedoch je nach Größe der Pfanne variieren. Sobald das Ei in der Mitte des Omeletts nicht mehr flüssig ist, kann man die Tortilla aus dem Ofen holen! Dann einfach auf einen Teller stürzen.

Für den extra Stärke-Kick gibts bei mir dazu Avocado und Spinat. Die Avocado in kleine Würfel schneiden und mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun wird, und den Spinat waschen und trocken schleudern. Beides zum Schluss über das Omelett geben, mit Salz und Pfeffer bestreuen und servieren. Das Rezept ist schnell und einfach zum Beispiel zum Frühstück gemacht, die Tortilla lässt sich aber auch noch kalt die nächsten Tage genießen. Schmeckt Klein und Groß und geht ganz wunderbar mit einer kühlen Capri Sonne (wenn die Großen auch mal wieder klein sein wollen)!

©Anussis

 

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