Silvester und Bowle für die Ungeküssten

Heute ist der letzte Tag des Jahres – ich würde sagen, den haben wir uns langsam auch mal verdient! War das ein Jahr… ich will mich jetzt gar nicht einreihen und eine weitere Schmähkritik auf 2016 schreiben (auch wenn ich es aus tiefstem Herzen für ein beschissenes Jahr halte), sondern eher darüber nachdenken, was nun wohl auf uns zukommen mag. Über die politischen Untiefen, die uns im nächsten Jahre wohl erwarten werden, wurde nebst 2016-Verriss auch schon genug diskutiert. Darum möchte ich lieber den einzelnen Menschen in den Fokus rücken, statt nur das große Ganze zu betrachten.

Was auch immer in diesem Jahr schief gegangen ist, das kommende Jahr ist eine Möglichkeit, es besser zu machen. Ja, wir alle wollen mehr Sport machen, gesünder essen, Freundschaften besser pflegen, selbstbewusster und ordentlicher sein, weniger Alkohol trinken und eine Menge Geld verdienen. Seien wir mal ganz ehrlich… bis auf ein paar Ausnahmen, wird das nicht klappen. Es hat einen Grund, dass es in den letzten Jahren auch nie geklappt hat und nur weil jetzt eine andere Jahreszahl am Ende des Tages steht, heißt das noch lange nicht, dass wir nun ganz plötzlich die Kraft dazu aufbringen werden, unseren inneren Schweinehund zu überwinden. Und außerdem, wer will den auch schon wirklich und ehrlich überwinden? Nichts gegen ein gesünderes Leben, gegen ein paar Kilo weniger oder das Vorhaben, seltener zum Glas zu greifen – aber wofür 2017 starten, wenn einen keine Freuden mehr erwarten?

Lasst die ganzen Vorhaben weg, die ihr euch jedes Jahr wieder auf die Agenda schreibt und konzentriert euch lieber auf eine konkrete Sache: Leben. Was ist denn der eigentliche Grund für den Kontrollverlust des letzten Jahres, den man nun unbedingt durch Selbstgeißelung im neuen Jahr wiedergutmachen will? Warum frisst man sich Kilos an, die man nicht einfach annehmen, sondern um jeden Preis wieder loswerden will? Warum fängt man an, jeden Abend ein Weinchen zu trinken und immer öfter auch eine ganze Flasche? Warum schafft man es kaum noch zum Sport zu gehen oder alten Freunden die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen? Und vor allem, wieso glaubt man, dass sich etwas im Leben ändert, wenn man sich selber zwingt auf diese Ablenkungen zu verzichten? Die Untiefen des letzten Jahres sind nicht Auslöser des Problems, sie sind Symptome der Unzufriedenheit.

Schreiben wir eine neue To-Do-Liste für 2017 und lassen die Heuchelei der nie eingelösten Vorsätze der letzten Jahre sein. Diesmal soll nur ein großer, rot unterstrichener Punkt auf ihr stehen: Sich selber wieder mehr lieben. Wenn man anfängt, sich selber wieder mehr wertschätzen zu können, seine Fehler zu akzeptieren, weil einem jeden Tag die eigenen Stärken bewusst sind, dann lösen sich die anderen „Probleme“ wie von selbst. Nimmt man hin, dass Essen einfach eines der wenigen Dinge auf dieser Welt ist, das einem selbst in den dunkelsten Stunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann, sind die 3 Kilo zuviel Hüftspeck nebensächlich. Lässt man sich drauf ein, dass ein ruhiger Abend nur mit einem Buch und den eigenen Gedanken manchmal wirklich erholend sein kann und es gut tut, sich mal nur auf sich selbst zu konzentrieren, fern von allen Ablenkungen, erscheint das Glas oder die Flasche Wein schon viel weniger reizvoll. Und wenn man trinkt, dann mit Genuss und Freude und zwar so, dass es dann auch wieder ein paar Tage absolut in Ordnung ist, nicht raus und feiern zu gehen. Und zu guter Letzt, liebt man sich selber wieder mehr, hat man auch mehr Zeit und Liebe für seine Freunde übrig. Wenn man verstehen kann, wieso den anderen etwas an einem liegt, ist man auch wieder bereit, ihnen dafür etwas zurückzugeben. Und der Sport… naja. Für den Sport habe nicht einmal ich eine Lösung. Ich denke, der wird immer eine Qual bleiben.

Alles in Allem: nehmt das neue Jahr als Neustart in eurer Beziehung zu euch selbst hin. Nehmt euch Zeit und Ruhe, aber geht auch aus und feiert euer Dasein. Fresst Käse, Butter und Speck in euch rein, aber nehmt euch auch mal einen bewussten Tag mit einem gesunden, leckeren Gericht (schonmal Anussis‘ Quinoa Bowl ausprobiert? 😉 ) Trinkt eine Woche gar nichts, um euch in der nächsten Woche ganze dreimal nach Valhalla zu katapultieren. Und ganz besonders: lebt den Moment! Ihr könntet ja eigentlich morgen verreisen? Mhm…auf der anderen Seite… mit wem? Geld? Wohin? Nichts da! Packt die Koffer und fahrt weg. Egal wohin und egal mit wem. Seid ihr nicht genug Gesellschaft für euch? Hört auf, Tage der Unzufriedenheit zu opfern, die nichts anderes machen, als weitere Tage der Unzufriedenheit zu produzieren. Wenn ihr im Bett bleiben wollt, dann bleibt im Bett – aber nur, wenn ihr nicht eigentlich viel lieber….

IMG_7535.PNGFrohes neues Jahr euch allen und herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahrestag der Beziehung mit euch selbst. Seid ein bisschen dankbarer und zeigt euch vielleicht ab und zu mal wieder, dass ihr wisst, was für ein Glück ihr habt, dass es euch gibt.

Achja, und falls ihr euch noch fragt, wen Anussis und Luisolo denn heute Nacht um 00:00 Uhr  wohl küssen werden? Natürlich unsere Lebensgefährten und treuen Partner Whiskey und Gin. Happy New Year!

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©Luisolo

Munich Mule Bowle

Eine nicht ganz typische Bowle, aber für dieses Silvester die perfekte Wahl! Luisolo und ich feiern heute im Kreise guter Freunde in meiner Wohnung in der Münchener Maxvorstadt und was bietet sich mehr an, als ein in München kreiertes Getränk! Der Munich Mule ist angelehnt an den Moscow Mule, allerdings wird er statt mit Wodka mit Gin hergestellt (was mir natürlich sehr entgegen kommt – ich könnte in Gin baden). Um das Ganze noch authentischer zu gestalten, nehmen wir für die Bowle Duke Gin, der wird nämlich hier in Maxvorstadt direkt um die Ecke hergestellt! Und für den persönlichen Touch gibt es bei unserem Munich Mule auch noch Basilikum im Rezept – das schmeckt vorzüglich!

400ml The Duke Gin

150ml Limettensaft

2 Liter Ginger Beer

1 Salatgurke, in Scheiben geschnitten

1 Bund Basilikum

Einfach alle Zutaten mit genügend Eiswürfeln in eine große Schale geben und die Cocktail Bowle möglichst schnell, so lange sie noch sprudelt, genießen! 🙂

©Anussis

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