Nikolaus und Karamell-Schoko-Cookies

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Wie war man früher aufgeregt. Mit gespitzten Ohren lag man im Bett, versuchte wach zu bleiben und wartete auf die verräterischen Geräusche, die die Mutter beim Stiefelfüllen ja würde machen müssen. Und dabei ist man dann jedes mal eingeschlafen. Manchmal wurde man mitten in der Nacht wach, vergewisserte sich, dass der Stiefel auch schon brav vor der Tür auf einen wartete, und traute sich trotzdem nicht, schon mit dem Auspacken anzufangen.

Am nächsten Morgen der Wecker, ein oder zwei Augenblicke hat es immer gedauert, bis man realisierte, dass es sich nicht um einen normalen Morgen handelte, an dem man immer alles dafür tun würde, liegen bleiben zu dürfen. Innerhalb von Sekunden dann die Erkenntnis, wie von einem Stromschlag getroffen flogen die Augen auf und man sprang, ohne sich an der Kälte zu stören, aus dem Bett, um zum wie durch Zauberhand über Nacht erschienenen Stiefel vor der Tür zu eilen. Dabei stoß man sich in der Regel Kopf, Knie oder Zeh – das störte jedoch kein bisschen.

Licht an, Stiefel packen, zurück zum Bett und alles auskippen. Die störende Decke hektisch zur Seite schieben und – überfordert von der Menge der Gaben – gar nicht genau wissen, wo man anfangen soll. Nüsse, Mandarinen, Äpfel und Tannenzweig schnell aussortiert, unverpackte kleine Geschenke überflogen und dann ran ans Papier zerreißen. Diese ehrliche Freude, die die Haut bis zu den Zehenspitzen und wieder zurück zu den Haarwurzeln kribbeln ließ; diese kindliche Vorfreude, die die Erfüllung des sehnlichsten Wunsches, die mit Sicherheit eintraf, wenn man nur brav seine Äuglein schloss, ankündigte… Oh wie war das schön! Aber, erinnert ihr euch an den ersten 6. Dezember, an dem man es dann doch vorzog, sich nochmal umzudrehen – der Stiefel läuft ja nicht weg?

Vorfreude hat man auch als Erwachsener noch. Meistens vor Events die Alkohol, Treffen mit heimlichen oder unerfüllten Liebschaften, oder lang ersehnte Wiedervereinigungen mit Freunden und Familie beinhalten. Jedoch rettet einen diese Vorfreude nur noch selten vor der Einöde des Alltags. Man fällt abends trotzdem so erschöpft wie immer ins Bett und der lang ersehnte Tag, hat man ihn endlich erreicht, ist genauso schnell auch wieder rum. Macht man alles richtig, erinnert man sich danach nur noch an Bruchstücke; macht man alles falsch, möchte man sich nur noch an Bruchstücke erinnern. In beiden Fällen hilft der Alltag, der direkt im Anschluss wieder vor der Tür steht. Vorbei und vergessen, Vorfreude und Ankunftsfreude scheinen zu einem anderen Leben gehört zu haben. Wann genau hat man verlernt, einen Tag sowohl davor, als auch danach so weit aufzubauschen, dass er fast schon zauberhafte Züge annahm?

Ich kriege immer noch einen Nikolausstrumpf und versteht mich nicht falsch, ich freue mich riesig darüber. Aber ekstatisch ist diese Freude nicht mehr. Eher gemütlich und pausbäckig. Die Vorfreude auf den Morgen des 6. Dezember taucht irgendwann spät abends am 5. Dezember auf und macht es sich im Sessel gemütlich. Stopft sich ihre Pfeife, nippt genüsslich an einem Whiskey und lächelt mich wohlwollend an. Ich nicke ihr freundlich zu, sage ihr, dass es schön ist, sie zu sehen und mache dann das Licht aus. Wache ich am nächsten morgen auf, sitzt sie immer noch am selben Fleck und schaut mich beruhigend an – ich laufe nicht weg, keine Sorge. Dreh dich ruhig nochmal um. Dann verschlafe ich, sage mir, Geschenke gehetzt auszupacken ist unwürdig und lege den Strumpf ruhig beiseite. Dann gehe ich aus dem Haus, sage dem Alltag hallo und denke gar nicht mehr daran, dass zuhause immer noch jemand geduldig auf mich wartet. Packe ich dann abends endlich den Strumpf aus, freue ich mich sehr, bin dankbar für die Mühe und Liebe meiner Mutter und nehme mir ganz fest vor, sie in Zukunft öfter anzurufen. Dass der Sessel leer ist, wenn ich dann am nächsten Morgen wieder wach werde, nehme ich gar nicht mehr wahr. Lieber umdrehen und die letzten Minuten Ruhe genießen. Was war gestern nochmal?

Diesmal nehme ich mir vor, ganz furchtbar unruhig zu schlafen. Morgen werde ich die Augen aufreißen, zu meiner Nikolaussocke rennen, alles auf mein Bett werfen, die Decke hektisch beiseite schieben, Nüsse, Mandarinen, Tannenzweig und kleine, unverpackte Geschenke aussortieren und von den großen Gaben das Papier herunterreißen. Danach werde ich meiner Mama um 6:30 eine Nachricht schreiben und ihr sagen, wie lieb ich sie habe und wie dankbar ich dafür bin, dass sie nach all den Jahren nicht aufgegeben hat und mir immer noch jedes Jahr pünktlich zum Nikolaus ein Stückchen Kindheit schenkt.

Vorhaben umgesetzt? Sagen wir so viel: ich bin zu spät zur Arbeit gekommen…

©Luisolo

Karamell-Schoko-Cookies

Eigentlich waren diese Cookies dazu gedacht, den Nikolaus zu bezirzen, damit er ein paar Geschenkchen mehr dalässt. Leider war gerade der Karamellkern so himmlisch gut, dass Luisolo und ich sie noch am selben Tag weggeputzt haben!

Für 26 Cookies , Schwierigkeitsstufe: 2 von 3

240g Mehl
80g Kakaopulver
Prise Salz
220g weiche Butter
80g Zucker
80g brauner Zucker
1 Ei
2 EL Milch
100g gehackte Haselnüsse

 

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Mehl, Kakaopulver, Zucker, braunen Zucker und Salz mit der Butter verkneten. Dann Ei und Milch hinzufügen und auch unterkneten. Aus dem Teig Kugeln formen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und mit dem Daumen in die Mitte eine Kuhle drücken. Die gehackten Haselnüsse am Rand der Plätzchen festdrücken. Das Backblech in den Ofen schieben und die Kekse 15 min backen.

100g Zucker
20ml Wasser
50ml Sahne
50g Butter
1 Prise Fleur de Sel

Die Sahne aufkochen. Den Zucker mit dem Wasser in einem Topf auf höchster Stufe zu einem goldbraunem Karamell kochen. Wenn die perfekte Farbe erreicht ist, die heiße Sahne dazu kippen und alles kurz weiterkochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Herd nehmen, das Fleur de Sel und die Butter hinzufügen und unterrühren. Das Karamell sofort in die Mulden der Cookies füllen. Abkühlen lassen und mit einem Glas Milch genießen! 🙂

©Anussis

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