Kindergeschichten: Wursthimmel und Currywurst

Letztens kam Ahorn aus der Schule und war ganz traurig. Seine beiden besten Freunde, Ronnie Wurst und Piet Steak, hatten sich furchtbar gestritten. Es ging darum, was mit ihnen nach dem Tod passieren würde. Ronnie behauptete felsenfest, dass nur die Wurst in den Himmel käme. Das Fleisch würde ja offensichtlich zur Wurst werden. Das wollte Piet natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Er war davon überzeugt, dass sowohl Wurst als auch Fleisch in den Himmel kommen würden. Er glaubt daran, dass der Himmel verschiedene Etagen hätte:

„Da Wurst nicht natürlich ist“, sagte er, „ist sie eine Etage unterm Fleisch im Himmel. Ihr seid sozusagen schmutzig. Das steht schon in der Bibel!“
„Du erzählst Quatsch Piet!“ schrie Ronnie daraufhin aufgebracht.
„Die Wurst ist einfach weiterentwickelt als das Fleisch. Wir sind euch weit voraus. Wenn dann seid ihr unter uns im Himmel. Aber wie gesagt, ihr werdet eh zur Wurst wenn ihr sterbt. Nur wir kommen in den Himmel!“

IMG_0613.PNGRonnie und Piet konnten sich an diesem Tag nicht mehr einigen und Ahorn, der nun zwischen den Fronten stand, kam ganz verzweifelt nach hause. Abends, als alle in der Küche zusammensaßen, hielt er es nicht mehr aus und fragte Anussis und Luisolo nach ihrer Meinung:
„Glaubt ihr das Fleisch kommt in die Wurst oder in den Himmel?“
„Weder noch, es kommt erst in die Wurst und dann in unsere Bäuche“, antwortete Anussis und kicherte.
„Anussis! Mach Ahorn keine Angst“, sagte Luisolo schnell. „Keine Sorge Ahorn, niemand isst Ronnie oder Piet auf – auch nicht Anussis. Wenn es so etwas wie einen Himmel gibt, dann kommen sowohl Wurst als auch Fleisch dahin. Kleine Schildkröten übrigens auch. Aber erst, wenn sie alt und schrumpelig sind und ein langes Leben hinter sich haben.“

„Aber, aber… Ronnie meinte, dass Würste weiter entwickelt sind als Fleisch. Er meinte, dass eine Wurst die höhere Stufe vom Fleisch ist“, nuschelte Ahorn leise.
„Das ist totaler Quatsch Ahorn. Ihr seid alle gleich. Egal ob Wurst, Fleisch oder Schildkröte. Lass dir nichts anderes einreden. Ich glaube, Ronnie ist ein bisschen zu Kopf gestiegen, dass sein Papa die Auszeichnung für die beste Currywurst der Stadt bekommen hat.“

Anussis verzog das Gesicht und sagte wütend: „Dabei macht der seinen Ketchup nicht einmal selber! Das kann ja jeder. Ich weiß nicht, welche Ochsen ihm diesen Preis verliehen haben.“
„Wir wissen alle, dass deine Currywurst besser schmeckt Anussis. Willst du Ahorn nicht mal erzählen, was du heute gemacht hast? Vielleicht muntert ihn das ja ein bisschen auf“, sagte Luisolo daraufhin.
„Ja, stimmt. Ahorn, ich habe frische Kartoffeln auf dem Markt gekauft und beim Metzger war ich auch. Es gibt die leckeren rheinischen Bratwürste, die du so gerne magst, und dazu Kartoffelecken aus dem Ofen!“

Erst jetzt merkte Ahorn, wie groß sein Hunger war. Anussis holte die goldig brutzelnden Pommes aus dem Ofen und warf die Würste in die Pfanne. Sofort erfüllte ein Geruch die Küche, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Luisolo und Ahorn deckten den Tisch und Anussis würzte den selbstgemachten Ketchup noch mit ein bisschen mehr Curry nach.

Die drei aßen in Lichtgeschwindigkeit ihre Portionen auf und Ahorn versuchte sogar kurz, den Rest des Ketchups vom Teller zu lecken. Als er Luisolos Blick sah, besann er sich jedoch schnell eines Besseren. Zwanzig Minuten später, kugelrund und glücklich, sagte Ahorn: „Ich glaube ich habe beschlossen, dass es mir egal ist, ob Piet zur Wurst wird oder Ronnie im Himmel unrein ist. Hauptsache es gibt dort eine ganz große Küche und solange wir da drinnen sind und zusammen essen, sind wir alle gleich. Glaubt ihr, ich komme in die Himmelsküche?“

Anussis kicherte: „Nein, du kommst in die Suppe!“ Alle drei lachten und waren glücklich, dass es ihnen so gut ging.

©Luisolo

Currywurst mit Kartoffelecken

Für 2 Personen , Schwierigkeitsgrad: 1 von 3

Für den Curryketchup:
500g reife Tomaten
1 Zwiebel
2 EL Pflanzenöl
3 EL Honig
1 EL Salz
1 Zweig Thymian
50ml hochwertiger Weißweinessig
1 EL Speisestärke
2 TL Currypulver
1/2 TL Ingwerpulver
1/2 TL Chilipulver

Die Zwiebel und die Tomaten in Würfel schneiden. In einem Topf 1EL Pflanzenöl erhitzen, die Würfel hinzugeben, mit Honig, Salz und Thymian würzen und dann zugedeckt 30min bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Durch ein Sieb streichen und dann mit dem Weißwein aufkochen. Die Speisestärke mit ein bisschen kaltem Wasser mischen, hinzufügen und erneut aufkochen. Alles in eine Schüssel umfüllen, abkühlen lassen und dann den anderen EL Öl und Curry-, Ingwer- und Chilipulver unterrühren.

500g Drillinge, 2 EL Pflanzenöl, Salz

2 Rheinische Bratwürste, 2 EL Pflanzenöl

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffel waschen und mit der Schale der Länge nach vierteln. In einer Schüssel mit dem Öl und dem Salz mischen. Auf einem Backblech gleichmäßig verteilen und in den Ofen geben. Nach 15min den Ofen auf 220°C hoch drehen und weitere 15min backen. Aus dem Ofen nehmen und bei Bedarf erneut salzen.

Pflanzenöl in einer unbeschichteten Pfanne auf höchster Stufe erhitzen. Die Bratwürste von jeder Seite knusprig anbraten. Mit dem Ketchup und den Kartoffelecken anrichten und zum Schluss nochmal eine gute Prise Currypulver drüber geben.

 

©Anussis

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