All Hallows‘ Eve und Pumpkin Pie

Als ich letzten Monat in Irland war, bin ich mehr als einmal über den Begriff „Irische Diaspora“ gestolpert. Irlands Geschichte ist geprägt von Hunger, Unterdrückung und Flucht und obwohl es nur ca. 4,5 Millionen Iren gibt, leben auf der ganzen Welt verteilt fast 80 Millionen Menschen mit irischen Wurzeln.

Im Land der Leprechauns kann man gar nicht nicht mitbekommen, wie stark das irische Nationalbewusstsein ist. Irlands Geschichte beschreibt wohl am besten der Spruch: „What doesn’t kill you makes you stronger“. Kein wunder also, dass irische Auswanderer ihre Kultur überall wo sie hingekommen sind schnell verbreitet haben.

IMG_0481.PNGHalloween wird von uns Deutschen gleichzeitig verteufelt und geliebt. „Das beste Fest im Jahr“ sagen die einen und „Ami-Quatsch“ die anderen. Die Halloween-Liebhaber versuchen am 31. Oktober so amerikanisch wie möglich zu sein und der Rest steht den Trubel mit abgewandtem Blick tapfer durch. Ist ja nur eine Nacht. Wie viele Deutsche, egal ob pro oder contra Halloween, wissen jedoch, dass das Spukfest eigentlich aus Irland kommt?

Allerheiligen ist uns allen ein Begriff. Für die, die in den Bundesländern mit den sogenannten „Stillen Tagen“ leben, ist Allerheiligen der Feiertag, an dem man nicht wirklich feiern darf. Für die Anderen ist es der Feiertag nach Halloween, an dem man guten Gewissens im Bett auskatern kann. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Gläubigen, für die der Tag einer der höchsten Feiertage des Kirchenkalenders ist. Aber wer von diesen Menschen weiß wohl, dass der Begriff „Halloween“ von All Hallows’ Eve kommt, was die englische Bezeichnung für der Abend vor Allerheiligen ist?

In Irland, einem der ersten Länder, die christianisiert wurden, hat der All Hallows’ Eve eine lange Tradition. Man zündete Bonfires an und verkleidete sich schaurig, um Geister zu vertreiben. Außerdem legte man glühende Kohlen in ausgehöhlte Rüben und stellte sie vor die Häuser, um den Teufel und sein Gefolge fernzuhalten. Wieso?

Jack O’Lantern (Jack mit der Laterne) war der Legende nach ein irischer Hufschmied, der auch als Stingy Jack (Geiziger Jack) oder Drunk Jack (Selbsterklärend) bekannt war. Als er am All Hallows’ Eve in einem Pub saß, kam der Teufel, um ihn zu holen. Jack trickste ihn aus, sperrte ihn in seinem Geldbeutel ein und handelte so 10 weitere Jahre auf der Erde aus. Als der Teufel nach 10 Jahren wiederkam, trickste Jack ihn erneut aus und erreichte, dass ihn der Teufel nie wieder behelligen würde. Als Jack starb, wollte der Himmel ihn nicht haben. Die Hölle konnte ihn wegen seines Pakts mit dem Teufel jedoch auch nicht aufnehmen. Satan hatte Mitleid und gab ihm ein Stück Kohle aus dem Höllenfeuer und eine Rübe als Wegzehrung. Jack steckte die Kohle in die ausgehöhlte Rübe und trägt sie seitdem jeden All Hallows’ Eve durch die Nacht. Hat man also eine ausgehöhlte leuchtende Rübe vor der Tür, verschonen einen der Teufel und sein Gefolge.

Als in Folge des Great Famine tausende Iren in die USA übersiedelten, nahmen sie ihre Bräuche zu All Hallows’ Eve mit. So kamen Jack O’Lantern und seine glühende Rübe auch nach Amerika. Die Tradition wurde übernommen, jedoch wurden die Rüben durch die in Amerika weiter verbreiteten Kürbisse ersetzt. In den 1990 Jahren kam Halloween dann von da aus zurück zu uns und eroberte das europäische Festland im Sturm. Für uns ist Halloween somit amerikanisch und doch stellen auch wir einen ausgehöhlten Kürbis vor unsere Türen und in unsere Wohnungen und erhalten so die Legende vom irischen Hufschmied Jack O’Lantern am Leben – ohne es zu wissen.

©Luisolo

Pumpkin Pie mit karamellisierten Walnüssen

An All Hallows’ Eve ist der Kürbis nur zweite Wahl. Mit dem zauberhaften Pumpkin-Pie Rezept von Anussis wird er in eurer Küche jedoch ganz schnell die Nummer Eins!

Für eine ø22 Pie-Form; Schwierigkeitsgrad: 1 von 3

Pie Crust:

375g Mehl Typ 550

150g Butter, in kleine Würfel geschnitten

¼ TL Salz

3 TL Zucker

75ml eiskaltes Wasser

Das Mehl mit Zucker und Salz vermischen, die Butter hinzufügen und entweder per Hand oder mit der Küchenmaschine zusammen bröseln. Sobald die Butter gut unter das Mehl gemischt ist, das Wasser hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 30min kalt stellen.

Die Pie-Form einbuttern. Den Teig 3mm dick ausrollen und in die Form geben. Den Rand gut andrücken. Bis zum Gebrauch wieder kalt stellen.

Kürbisfüllung:

300g Kürbispüree (ca. 500g ganzer Kürbis)

2 Eier

170g Kondensmilch

100g Zucker

1 TL gemahlener Ingwer

1 TL gemahlener Zimt

½ TL frisch geriebene Muskatnuss

¼ TL gemahlene Nelken

¼ TL Salz

Den Kürbis entkernen und in große Stücke schneiden. Für 30 min im Ofen bei 200°C backen, bis er eine schöne, weiche Konsistenz hat. Den gebackenen Kürbis dann im Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren. Das Kürbispüree auskühlen lassen und dann mit den Eiern, der Kondensmilch, dem Zucker und den Gewürzen verrühren.

Die Kürbismasse in die vorbereitete Tarteform geben und den Pie bei 180°C 40min backen.

Deko:

80g Zucker

100g Walnüsse

Den Zucker in einem Topf auf höchster Stufe zu einem Karamell schmelzen. Sobald eine goldbraune Farbe erreicht ist, die Walnüsse dazu geben und im Karamell wälzen, bis sie komplett bedeckt sind. Dann auf Backpapier geben und auskühlen lassen.

Den ausgekühlten Pie mit den karamellisierten Nüssen dekorieren. Den Kuchen kann man auch super mit aufgeschlagener Sahne servieren oder für die ganz Süßen: Vielleicht noch eine Kugel Zimteis dazu?

©Anussis

 

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